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Abseits - Giovan-Battista Caliva, TSV Lehmke

von bankdruecker 24. Januar 2020, 19:05

Die Reise durch den Fußballlandkreis geht weiter, der nächste Kandidat auf der Ehemaligenliste ist ein bekennender Palermo-Fan und räumt regelmäßig vor der Abwehr auf. Gesten und Emotionen sind definitiv italienisch auf dem Platz und vielleicht könnte der Vergleich mit Palermo eine Chance für den SV Hanstedt darstellen um weiter Fußball spielen zu können. Der Weg wäre genauso unbequem wie gegen diesen Spieler auf dem weiten Grün über 90 Minuten zu treffen. Freut euch auf ein Gespräch mit Giovan-Battista „Gio“ Caliva vom TSV Lehmke.

Dein aktueller Verein ist der TSV Lehmke, da bist du ja nicht der einzige Ex-Hanstedter. Wie ist die Zusammenarbeit mit Roger Räder, dem alten Trainerfuchs?

Gio Caliva: Das stimmt, neben mir spielen oder spielten noch einige Ex-Hanstedter dort. Ich bin dort letzte Saison zur Winterserie hingewechselt und hatte eigentlich meine „Karriere“ in Hanstedt beendet. Roger überredete mich doch in Lehmke noch eine halbe Saison zu spielen, um in der 3.KK Erster zu werden und dementsprechend aufzusteigen. Wir haben zwar alles gewonnen, sind dennoch 2.ter geworden und ich ging davon aus, dass zur nächsten Saison, also diese, weiter in der 3. KK gespielt wird. Ich fand es ziemlich entspannt dort zu spielen und sagte eine weitere Saison zu. Das Training in Lehmke macht sehr viel Spaß, da wir oft 20 Leute beim Training sind. Aber auch Rogers Trainingseinheiten tragen zu dem guten Training bei, außer wir laufen den berühmten Ajax-Stern. Ich muss aber sagen, dass er nicht mehr allzu hart trainiert, wie es Leute, die früher unter ihn gespielt haben noch zu spüren bekommen haben. Was die Zusammenarbeit noch sehr gut macht ist, dass er öfters meinen Rat bei Aufstellungen bzw. Taktik erfragt und diese auch annimmt.

Ihr spielt oben mit, ist der Aufstieg euer Saisonziel oder was möchtet ihr mit dem TSV erreichen?

GC: Nein, unser Ziel war es zu Beginn als Aufsteiger natürlich der Nichtabstieg bzw. das gesicherte Mittelfeld. Auch jetzt nach der Hinrunde, haben wir nicht das Ziel Aufstieg. Vielleicht die Top 5, das wäre ein gutes Ziel und den ein oder anderen Aufstiegskandidaten zu ärgern. Es wäre vielleicht auch nicht förderlich gleich wieder aufzusteigen, weil wir viele Spieler haben, die frisch aus der U18 zu den Herren gekommen sind. Da wäre es besser noch eine Saison in der 2. KK zu verbringen und das dann ohne die älteren, wie z.B. mich.

Um den SVH ist es ja aktuell schlecht bestellt, siehst du da eine Parallele zu deinem Herzensverein US Palermo? Die spielen ja jetzt auch nur noch auf Bezirksniveau.

GC: Ja, ich verfolge natürlich noch den SVH. Parallelen sehe ich da aber nicht zu Palermo. Zur Erklärung: Der US Palermo beging Bilanzfälschung und es erfolgte der Zwangsabstieg. US Palermo wurde aufgelöst und es geht jetzt mit dem SSD Palermo in Liga 4 weiter. Momentan sind diese sogar Erster  und würden direkt in die 3. Liga aufsteigen. An Beispielen wie Neapel oder Parma bin ich natürlich gute Hoffnung das irgendwann wieder Serie A in Palermo gespielt wird.
Während Palermo mit Finanzen zu kämpfen hatte, hat Hanstedt ja Probleme eine 11 auf den Platz zu bekommen. Was natürlich sehr schade ist, gerade im Ausblick auf das 100-jährige bestehen. Ich hoffe auf jeden Fall, das euch nicht das gleiche Schicksal ereilt wie vor einigen Jahren Soltendieck oder aktuell Niendorf, bei denen ich auch schon einmal gespielt habe.

Italien ist ja auch bekannt vor Cattenatio (hoffentlich ist das richtig geschrieben) und du bist ein guter Sechser. Welcher Spieler wäre mit dir vergleichbar und wer ist dein Vorbild?

GC: Ich denke, dass ich mit Gennaro Gattuso gut zu vergleichen bin. Nahe am illegalen und immer mit voller Leidenschaft dabei. Da darf das Meckern natürlich nicht fehlen, zu mindestens früher. Vorbilder habe ich im Fußball nicht, als Kind war es dann wohl Oliver Kahn, da ich als Torwart angefangen habe.

Was sind deine Erinnerungen an den SVH? Gute sowie schlechte.

GC: Gute Erinnerungen sind natürlich der Aufstieg in die Kreisliga nach davor zwei vergeblichen Anläufen. Auch der 2:1 Erfolg gegen Oldenstadt in der ersten Kreisligasaison blieb mir in Erinnerung. Die Mannschaftsfahrten und die ein oder andere feucht fröhliche Nacht war natürlich immer sehr spaßig. Bis zur letzten Kreisligasaison war der Mannschaftszusammenhalt überragend. Die ist dann wie gesagt in meiner letzten Saison leider schlechter geworden. Die schlechteste Erinnerung die ich habe, war das letzte Spiel in Hanstedt, als es für die Spieler die gewechselt sind oder die aufgehört haben, wie mich, keine „offizielle“ Verabschiedung gab. Für Spieler die Mitten in der Saison aufgehört hatten und 4 Wochen später wieder angefangen haben, gab es Worte vom Vorsitzenden und noch ein Präsent. Für uns gab es nichts. Da war ich doch sehr enttäuscht!

Könntest du dir eine Rückkehr zum SVH vorstellen und was wären die Voraussetzungen oder Bedingungen?

GC: Nein, ich werde nach der Saison endgültig aufhören! Es gäbe doch eine Voraussetzung auf den Hanstedter Sportplatz zurückzukehren und das wäre eine Mannschaft aus der Aufstiegsmannschaft 15/16 und einigen anderen Hanstedter-Legenden zum 100 jährigen Jubiläum, die gegen die aktuelle Mannschaft spielt.

Schauen wir zum Schluss in die Zukunft, glaubst du an ein Wunder in Hanstedt und der SVH schafft auf wundersame Weise den Klassenerhalt?

GC: Ich muss leider sagen, dass ich nicht glaube das der Abstieg noch vermieden werden kann. Aber vielleicht ist das auch besser so. Es wäre schon letzte Saison besser gewesen runter zu gehen, um nicht, wie du es auch sehr schön im Bankdrücker schreibst, jeden Sonntag auf den „Sack“ zu bekommen.
Ich hoffe einfach, dass in Handtedt weiterhin Fußball gespielt wird. Denn für jede Mannschaft geht es mal rauf und runter, doch wenn die Tore einmal geschlossen werden, wird es schwer den Spielbetrieb wieder aufzunehmen.

Grazie mille und ein Dankeschön für die ehrlichen Antworten.

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