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Ja gut, wenn man dreimal hintereinander verliert, dann hat man dreimal verloren und null Punkte.

von bankdruecker 1. November 2019, 22:05

Ein kleiner Spoiler zum 3.Spieltag durch die Worte von Fredi Bobic, die die Partie bim Thomasburger SV nicht passender beschreiben können. Der SV Hanstedt trat seine zweite Auswärtsfahrt in Folge an und erlebte eine Partie mit vielen Höhen und dann doch auch ernüchternden Tiefen.

Die erste Fahrt in den Landkreis Lüneburg und dann direkt zu einer Mannschaft, die ebenso Neuland war wie der Fußballkreis. Aus der Sicht des SVH sind die Thomasburger gut ausgestattet, denn zu jedem Spieltag gibt es ein Frühschoppen, was zur Folge hat, dass es durchaus Pöbeleien und alkoholgeschwängerte Kommentare in Massen gibt. Nach dem Spiel musste man sich dann auch noch mit Fans auseinandersetzen, die von einem „kleinen Scheißverein“ sprachen, wobei gleichermaßen der TSV und der SVH gemeint waren. Es gibt keine Scheißvereine aus meiner Sicht, denn wir alle betreiben diesen Sport aus Freude und als Hobby, daher ist ein Vereinsleben nur dadurch gesichert und unter uns gesagt, gäbe es auch dann kein Frühschoppen am Thomasburger Sportplatz. Doch diese Randnotiz war nur eine von wenigen an diesem Spieltag.

Die Hamp-Truppe wurde wie folgt aufgestellt: Im Tor stand Bremer in gewohnter Manier, die Abwehr bildeten Kocka, Brandt, Rupprecht und Kath. Das Mittelfeld bestand aus Voit, Chahli, Piehl (c), Kirchmann und Weuste, während im Angriff Aziz für Gefahr sorgen sollte. Auf der Bank nahmen Bandholz, Tuttas und der Coach höchstpersönlich Platz. Bei mehr als sommerlichen Temperaturen wurde eine gute Partie von Schiedsrichter Schlicht geleitet und eine obligatorische Cooling Break pro Halbzeit angesetzt.

Von Beginn an war schnell klar, dass sich die Gastgeber mit vielen langen Bällen und schnellen Außenspielern auf dem heimischen Grün profilieren wollten. So wurden Kocka und Kath in der Abwehr häufig in Laufduelle gezwungen, die bei der Hitze natürlich besonders kräfteraubend waren. Doch auch die langen Reisebälle brachten immer wieder Gefahr  in das Thomasburger Angriffsspiel, so war es einer dieser vielen Bälle, der in der 5.Spielminute den gesamten Abwehrverband des SVH aushebelte und der Abschluss in den Armen von Bremer landete. Ein erster Warnschuss war also abgegeben und es sollten weitere folgen. So war es nur wenig später der schnelle Frey vom TSV, der einen Abschluss nach gewonnenem Laufduell über die linke Seite in Field Goal-Art über den Kasten setzte. Doch auch der SVH fand gut in die Partie, so war es eine gute Ballstafette über Rupprecht, Piehl, Aziz und Kirchmann die erstmals für Gefahr sorgte. Den Abschluss hielt Kleiner im TSV-Tor erstmal fest. Beide Mannschaften brauchten keine lange Phase zum Abtasten, es war ein Spiel mit offenem Visier. Chancen waren auf beiden Seiten gut verteilt, das Aluminium verhinderte nach knapp zwanzig Minuten den ersten Treffer für den TSV. Bremer hatte den Ball quasi weggeguckt bis ihn dann das leichte Geräusch des Aluminiums wieder in die Realität holte. Kurz danach bat Schlicht zur Erfrischung an die Seitenlinie und so nahm man auch erste Korrekturen vor, der sichtlich überforderte Kath durfte auf der Bank Platz nehmen und Bandholz kam in der 22.Spielminute auf den Platz. Der Wechsel brachte nicht die gewünschte Stabilität, da auch Kocka der Hitze Tribut zollen musste. Nach einer knappen halben Stunde wurde er durch Kath ersetzt. 

Die Partie spielte sich nun überwiegend in Zweikämpfen im Mittelfeld ab, Voit war dort ein unermüdlicher Motor und Kämpfer. Piehl verlagerte immer wieder gut und man hatte das Gefühl, dass der SVH sich besser in Spiel bringen konnte. So folgten mehrere Eckbälle auf Seiten der Hanstedter, so auch in der 36.Spielminute. Die Ecke trat Weuste gut, fand aber keinen Abnehmer im Sechzehner, sodass der Thomasburger SV zu einem Konter ausholen konnte. Zwei lange Bälle und schon war man in Überzahl vor dem Gehäuse des SVH und es war ein leichtes für Frey, der bis dato schon einige Chancen liegen gelassen hatte, den Ball im Tor unterzubringen. 1:0 stand es nun für den TSV und man konnte die ersten Gesichtsentgleisungen beim SVH-Coach Hamp wahrnehmen, da er genau dies in der Trinkpause angemahnt hatte. Doch unbeirrt versuchte der SVH auch sein Angriffsspiel in etwas Zählbares umzumünzen, so sicherte Aziz immer wieder den Ball gegen 2 oder 3 Gegenspieler und schaffte gute Räume für die Außen. Gestoppt wurde er meistens nur durch ein Foul, so auch in der 38.Spielminute in guter Position ca. 20 Meter vor dem gegnerischen Tor. Den fälligen Freistoß zimmerte Weuste dann unhaltbar für Kleiner in den Kasten. Neuer Spielstand zwischen beiden Mannschaft nun 1:1.

Es kam Unmut auf und es begann die Phase des Redens auf Seiten der Heimmannschaft und angestachelt durch die Frühschoppentruppe am Spielfeldrand. Zahlreiche geistige Kommentare und Beleidigungen prasselten auf das Spielfeld, die sich gegen alles und jeden richteten. Scheint aber in Thomasburg guter Umgangston zu sein, da sich die Thomasburger davon nicht abbringen ließen genauso zu antworten und es auch ins Spiel mit einzubringen. Es wurde vermehrt im Zweikampf geschrien und sich fallengelassen. So auch in der 43. Spielminute als der Elfmeterpfiff ertönte in einem eher harmlosen Zweikampf im SVH-Strafraum. Die Halbzeitführung schien nur elf Meter entfernt, doch Bremer parierte den aus seiner Sicht gut geschossenen Strafstoß. Und so ging es mit einem gerechten Unentschieden in die Kabine.

In der Halbzeit wurde Kirchmann durch Tuttas ersetzt, der nun mit seiner Erfahrung Ruhe und Übersicht ins Spiel bringen sollte, wobei Kirchmann auf Standby stand, da er nur kurz verschnaufen sollte. Es änderte aber nichts an der Spielweise beider Mannschaften, allerdings fand der SCH besser in die Zweikämpfe und machte deutlich hier drei Punkte mitnehmen zu wollen. Die erste Viertelstunde im zweiten Durchgang brachte keine neue Erkenntnis. Kirchmann wurde für Kath auf den Platz geschickt für die letzte halbe Stunde, es wurde also offensiver auf Seiten des SVH. Ersichtlich durch mehr Dynamik im Spiel waren auch die Thomasburger kurzzeitig überrascht und der SVH hatte einige vielversprechende Chancen zur Führung. So war es Tuttas in der 66.Spielminute, der nach feiner Vorarbeit von Aziz, nur noch am TSV-Keeper vorbei musste, aber dabei den Ball vergaß. Eine Großchance liegen gelassen, auch Kirchmann und Voit hatten ihre Abschlüsse nicht im Tor unterbringen können. Ebenso war es Piehl, der mehr oder weniger die Scheiße am Fuß kleben hatte als in der 75. Spielminute sein Schuss knapp am Kasten vorbei ging. Auch die Torchancen auf Seiten des TSV waren nicht weniger gefährlich, so musste Bremer zweimal in kürzester Zeit im 1-gegen-1 seine ganze Routine auspacken, um den Rückstand zu verhindern. Ab der 80.Minute war es wieder ein offener Schlagabtausch und auch der Trainer des Heimelf Oliver Frey setzte alles auf eine Karte und brachte Jobava in der 82.Spielminute. Es dauerte keine fünf Minuten, da sollte sich diese Einwechslung bezahlt machen, denn aus dem Gewühl heraus schoss der eben erst eingewechselte Jobava zur Freude des TSV den Ball in die Maschen. Doch noch war Zeit auf der Uhr, so wechselte sich Coach Hamp wie einst Günther Netzer sich selber in die Partie ein. Die erste Aktion war auch direkt vielversprechend, doch der Abschluss landete in den Armen des Torhüters.

Das Zeitspiel begann nun, so schaffte sich der TSV immer wieder kleine Pausen, verschleppte das Spiel und versuchte das Ergebnis über die zeit zu retten. Auch die Foulspiele wurden wieder nickliger und so bekam der SVH in der dritten Minute der Nachspielzeit nochmals einen Freistoß aus dem Halbfeld zugesprochen. Bremer rückte mit auf und bekannt sollte sein, dass auch er torgefährlich sein kann – an dieser Stelle liebe Grüße nach Gorleben! Der weite Ball von Rupprecht fand nur einen gegnerischen Kopf, den zweiten Ball trug Tuttas nochmals über außen in den Strafraum des TSV, die Flanke fand den Fuß Bremers und der hätte nur noch fragen müssen wohin Kleiner den Ball haben will. Doch so erschrocken, dass er diese Möglichkeit erhielt, schoss Bremer flach am Tor vorbei. Was folgte war der Abpfiff und das Ende einer Partie, die eigentlich keinen Sieger hätte hervorbringen müssen.

Und so hat der SV Hanstedt laut Fredi Bobic keine Punkte auf dem Konto und muss im Heimspiel gegen den SV Scharnebeck II einen neuen Anlauf auf die ersten Punkte nehmen. Bis dahin sieht man sich am Platz.

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